Sitzmann

life award barrierefrei Preisträger 2017
Kategorie Special Award: Florian Sitzmann

Als 15-Jähriger geriet Florian Sitzmann unter einen Lastwagen und verlor beide Beine.

Eine Woche kämpften die Ärzte um Florian Sitzmanns Leben. Seinen Unterkörper konnten sie nicht retten. "Nach einer Woche künstlichem Koma bin ich aufgewacht", erzählt er. "Es war mein 16. Geburtstag. Und meine Eltern mussten mir beibringen, dass ich keine Beine mehr habe."
Insgesamt verbrachte der junge Mann damals zwei Jahre in unterschiedlichen Krankenhäusern, wurde über 50 Mal operiert. Seinen Lebenswillen verlor Florian Sitzmann trotzdem nicht. "Es gab nie den Moment, in dem ich dachte: Jetzt will ich nicht mehr. Ich wollte ja leben! Und ich habe mir alles zugetraut", erzählt er.

Er nahm den Kampf auf und eroberte sich sein Leben zurück..

Doch schon damals zeigte sich, dass Florian Sitzmann ein Kämpfer ist. Sport half ihm, wieder Spaß am Leben zu haben. Er begann täglich zu trainieren – und kam so zum Leistungssport im Handbiken. Darin wurde er Vizeweltmeister und zwei Mal sogar Weltmeister.

Der Höhepunkt seiner Karriere: sein Start bei den Paralympics 2004. Doch dort musste er das Rennen vorzeitig abbrechen, weil sein Sitzkissen kaputt ging. "Das war sehr dramatisch für mich", erzählt der 38-Jährige. "Ich hatte mich ein ganzes Jahr darauf vorbereitet, plus die Jahre, in denen ich vorher schon im Leistungssport war. Das war natürlich eine sehr schmerzliche Erfahrung. Eines meiner Täler im Sport." Dort wieder herauszukommen sei nicht einfach gewesen. Dem zum Trotz meisterte 2006 ein 540 Kilometer langes Rennen durch Norwegen in gut 30 Stunden – das sei sein persönlicher Abschluss der Leistungssportkarriere gewesen.

Florian Sitzmann ist nur ein "halber Mann", wie er sich selbst bezeichnet. Das hindert ihn aber nicht daran, ein ganzes, gutes Leben zu leben.

Dazu gehört, dass er auch als Schriftsteller erfolgreich ist und dass seine Lesungen in ganz Deutschland seinen Erfolg vervollständigen.